Campingwork Meidling
Drei Tage und zwei Nächte lang waren sieben Jugendliche und zwei Jugendsozialarbeiter im August campen. Das Ziel? Ein Campingplatz am Ottensteiner Stausee. Rauskommen aus dem Alltag, Erlebnisse schaffen, Selbstständigkeit und Teamwork stärken. Zeltplane und Wiese statt Hausdach und Straße.
Schon in den Vorbesprechungen zur Campingplanung wurde klar kommuniziert – ohne Teamwork funktioniert nichts, genauso wenig ohne gemeinsame Kommunikation. Wo steht das Zelt? Wer schläft wo? Wer übernimmt welche Aufgaben? Wann wird gekocht? Wer wäscht ab?
Zeltaufbau, Feuer im Griller machen, Essen machen, den Abwasch erledigen, nur um ein paar der Tätigkeiten aufzuzählen, die in der Gruppe ausverhandelt werden mussten. Zu Hause gibt es dafür bereits fixe Strukturen, im Zeltlager wird dies alles selbst erledigt. Ein Segen und Fluch gleichermaßen – (fast) alles ist möglich, aber ohne eigenen Einsatz passiert nichts.
Die Gruppe schaffte es mit der Anleitung der Jugendsozialarbeiter, sich selbst zu regulieren, die Aufgaben fair zu verteilen und damit ein Gefühl des Zusammenhalts und der Fairness zu etablieren. Der Zusammenhang aus Verantwortung und Selbstbestimmung wurde für die Jugendlichen schnell spürbar.
Das gemeinsame Grillen stand im Mittelpunkt des Programms - doch es ging um weit mehr als nur um gutes Essen. Bei den Vorbereitungen wie Schneiden, Feuermachen, Tisch decken, und schließlich dem Grillen selbst entstanden lebhafte Gespräche, die tief in Themen wie Rollenbilder und Identität eintauchten. Ein zentraler Diskussionspunkt für die Burschen war die Frage: Was bedeutet es, ein „echter Mann“ zu sein? Besonders spannend wurde es dann, als die Gruppe über Beziehungen sprach: Wie sollte ein Mann sich verhalten? Was darf oder muss er seiner Partnerin verbieten oder erlauben? In einer intensiven Debatte konnten sich alle Anwesenden auf grundlegende Werte einigen: Respekt und Vertrauen als zentrale Bausteine sowie Kommunikation als Schlüssel für ein gutes Miteinander. Nach dem Grillen gab es Volleyballmatches, Schwimmen im Stausee, Badminton und eine abendliche Erkundung der Ruine Lichtenfels.
Am Tag der Abreise fuhren wir nach Dürnstein mit dem Ziel, zur Burgruine zu wandern. Schon bei der Anfahrt waren die Jugendlichen begeistert von der Schönheit der Wachau. Nach dem Aufstieg in praller Sonne bot sich der Gruppe der perfekte Ausblick über das Donautal sowie zahlreiche Motive für Fotos und Selfies. Nach einem kurzen historischen Input zu Burg Dürnstein und Richard Löwenherz wurde der Ausflug mit erfrischenden Getränken und Eis abgerundet.
Auf der Fahrtstrecke retour nach Wien wurde eifrig über die Highlights der vergangenen drei Tage diskutiert, die Liste war lang, aber es gab einen ganz klaren Spitzenreiter: das Grillen und die Diskussionen über Männlichkeit.
Nach dem gemeinsamen Entladen des Vereinsbus verabschiedeten sich die Jugendlichen von den Jugendsozialarbeitern, bis bald!