Neuheiten im Kochclub
Wenn die Abende kühler werden und der Duft von frisch gekochtem Essen durch die Belvederegasse zieht, startet der sogenannte „Kochclub“ von Streetwork Wieden.
Seit Oktober treffen sich bis zu 15 Jugendliche und junge Erwachsene in den Räumlichkeiten von Streetwork Wieden, um gemeinsam zu kochen, zu essen und spannende Gespräche zu führen. Besonderes Augenmerk liegt auf der aktiven Mitgestaltung.
Das bewährte Konzept bleibt zwar bestehen, doch gibt es heuer einige spannende Neuerungen. Ein neues Element des in den Wintermonaten stattfindenden Kochklubs ist das Anmeldesystem, welches eine strukturierte und verbindliche Teilnahme ermöglichen soll. Außerdem wird so sichergestellt, dass jede:r die Chance hat, aktiv dabei zu sein und von den angebotenen Lern- und Gemeinschaftserfahrungen zu profitieren.
Im Rahmen des Angebots wurde mit der Erstellung eines gemeinsamen Kochbuchs gestartet, welches nicht nur Rezepte, sondern auch Statements der Teilnehmer:innen festhält und so die Verbindung zur Gemeinschaft vertieft.
Ein weiterer wichtiger Wandel betrifft die Verteilung der Aufgaben. Anstatt nach dem "First Come"-Prinzip, werden die Koch- und Servieraufgaben in der neuen Kochsaison ausgelost. Diese Entscheidung zielt darauf ab insbesondere die Burschen stärker in den Kochprozess einzubinden und stereotype Geschlechtervorstellungen aufzuweichen. Außerdem eröffnen sich den Jugendlichen Lernfelder, indem sie Aufgaben übernehmen, die sie sich selbst vielleicht nicht zugetraut hätten.
Die Vielfalt der zu kochenden Gerichte reicht von süß bis pikant, von überraschend bis unkompliziert. Diese Kombination fördert nicht nur den Gaumen, sondern auch die Kreativität, da die Jugendlichen interessante Kombinationen ausprobieren können. Das Hauptziel bleibt die gemeinschaftliche Erfahrung: eine Mischung aus Spaß, Kreativität und dem Entstehen von gemeinsamen Lernmöglichkeiten.
Auf pädagogischer Ebene ist es dem Team von Streetwork Wieden wichtig, einen Raum zu schaffen, in dem die Jugendlichen aktiv handeln und sich eigenverantwortlich entfalten können. Es wird die Möglichkeit geboten, Rollenbilder zu reflektieren, Wissen über Ernährung und Care-Arbeit zu vermitteln und eine Gemeinschaft zu fördern, die auf Respekt und Austausch basiert. Durch das gemeinsame Kochen wird einen Prozess in Gang gesetzt, der über die reine Nahrungszubereitung hinausgeht.