Perspektivwechsel – Jugendliche testen Alltag im Rollstuhl
Um Jugendliche für die Herausforderungen und Perspektiven von Menschen, die einen Rollstuhl nutzen, zu sensibilisieren, wurde an einem Samstag im November ein besonderes Projekt durchgeführt. Dafür wurden zwei Rollstühle organisiert und sechs Jugendliche im Alter von 14 bis 15 Jahren zu einem gemeinsamen Koch-Nachmittag eingeladen – mit einem wichtigen Perspektivwechsel.
Nach einer kurzen Einführung setzten sich die Jugendlichen selbst in die Rollstühle und versuchten, typische Alltagstätigkeiten zu bewältigen. Schnell wurde deutlich, wie viele scheinbar einfache Handgriffe deutlich schwieriger werden können. Das Öffnen eines Fensters, das Greifen nach Kochutensilien aus den oberen Regalen oder das Navigieren in der Küche – jede Aufgabe erforderte plötzlich mehr Planung, Kraft und Geschick – und war manchmal nur mit Unterstützung zu bewältigen.
Trotz der Herausforderungen kam auch der Spaß nicht zu kurz: Beim Tischfußball im Sitzen war voller Körpereinsatz gefragt, und die Jugendlichen merkten schnell, wie wichtig Barrierefreiheit und eine gute Anpassung des Umfelds sind.
Der Nachmittag bot nicht nur praktische Erfahrungen, sondern auch Raum für Austausch und Reflexion. Die Jugendlichen beschrieben, wie sich ihr Blick auf die Lebensrealität von Rollstuhlnutzenden verändert hat – mit mehr Verständnis, Respekt und Bewusstsein für Barrieren, die ihnen zuvor kaum aufgefallen waren.
Solche Projekte können ein wertvoller Beitrag zu Sensibilisierung und Perspektivwechsel sein und fördern Empathie, Offenheit und Inklusion.